MURANO virtuell

Murano gilt als Inbegriff der italienischen Glasgestaltung par excellence. Ihre Tradition reicht zurück bis ins 14. Jahrhundert, als Venedig seine schon damals berühmte Glasherstellung auf die benachbarte Insel verlagert hatte. Nach einer wechselvollen Geschichte erlebte sie im 20. Jahrhundert eine erneute Blüte, die Ende der 1920er Jahre begann und bis heute reicht. In zahlreichen Werkstätten der Lagunenstadt entstanden Werke mit höchstem künstlerischen Anspruch. Kostbares Glas in allen Facetten, vom filigranen Netzmuster bis hin zu massiven Gefäßobjekten mit geschliffenen Oberflächen, begeistern Sammler wie Liebhaber gleichermaßen.

Blick in die Ausstellung

Interview Sammler

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Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen Sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht - ein geradezu unorthographisches Leben. Eines Tages aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik. Der große Oxmox riet ihr davon ab, da es dort wimmele von bösen Kommata, wilden Fragezeichen und hinterhältigen Semikoli, doch das Blindtextchen ließ sich nicht beirren. Es packte seine sieben Versalien, schob sich sein Initial in den Gürtel und machte sich auf den Weg. Als es die ersten Hügel des Kursivgebirges erklommen hatte, warf es einen letzten Blick zurück auf die Skyline seiner Heimatstadt Buchstabhausen, die Headline von Alphabetdorf und die Subline seiner eigenen Straße, der Zeilengasse. Wehmütig lief ihm eine rethorische Frage über die Wange, dann setzte es seinen Weg fort. Unterwegs traf es eine Copy. Die Copy warnte das Blindtextchen, da, wo sie herkäme wäre sie zigmal umgeschrieben worden und alles, was von ihrem Ursprung noch übrig wäre, sei das Wort "und" und das Blindtextchen solle umkehren und wieder in sein eigenes, sicheres Land zurückkehren. Doch alles Gutzureden konnte es nicht überzeugen und so dauerte es nicht lange, bis ihm ein paar heimtückische Werbetexter auflauerten, es mit Longe und Parole betrunken machten und es dann in ihre Agentur schleppten, wo sie es für ihre Projekte wieder und wieder mißbrauchten. Und wenn es nicht umgeschrieben wurde, dann benutzen Sie es immernoch.

 

 

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Glasmeister des 20. Jahrhunderts

Ercole Barovier entstammt einer der ältesten und renommiertesten Glasmacherfamilien Muranos, deren Tradition bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Obwohl er zunächst ein Medizinstudium absolvierte, sollte er zu einem der bedeutendsten Akteure der Muraneser Glaskunstproduktion des 20. Jahrhunderts werden. Im Verlauf seiner langen Karriere trug er als Geschäftsführer und künstlerischer Leiter der Glashütte Barovier & Toso entscheidend zum Prestige der Manufaktur bei. In enger Zusammenarbeit mit seinen Meisterbläsern entwickelte er in den Werkstätten, gestützt auf die praktische Erfahrung, eine Vielzahl innovativer Produktionstechniken, für die er zudem kontinuierlich neue Entwürfe zeichnete.

Barovier & Toso – unter diesem Namen firmiert das Unternehmen heute – entstand im Jahr 1877. Zu dieser Zeit arbeiteten mehrere Mitglieder der Familie Barovier als Meisterbläser in der neu gegründeten Glashütte Antonio Salviatis (1816–1890). Salviati beschloss 1883, sich auf den Handel zu konzentrieren. Seine Ausrüstung für die Glasherstellung verkaufte er den Baroviers; im Austausch gegen die Exklusivrechte auf ihre Produktion – die technischen Neuerungen inbegriffen – verpachtete er der Familie auch das Werksgelände. Die Baroviers gingen eine Partnerschaft mit dem Glastechniker Antonio Camozzo ein und gründeten die Artisti Barovier. Während des Ersten Weltkriegs verlegten sie ihren offiziellen Firmensitz vorübergehend nach Livorno; die eigentliche Produktion fand jedoch auf einem in Regierungsbesitz befindlichen Areal in Sarzana statt, das die Baroviers sich mit den Fratelli Toso und Andrea Rioda teilten.

Der Weg ins 21. Jahrhundert

Als Sohn von Textilunternehmern wählt Yoichi Ohira (*1946) zunächst den naheliegenden Weg, Modedesign an der Kuwasawa Design School in Tokio zu studieren. Sehr schnell wird dem jungen Ohira jedoch bewusst, dass dieses Feld nicht seiner Berufung entspricht. Eher zufällig wird er durch Bücher auf künstlerische Glasgestaltung aufmerksam und beginnt, sich für sie zu begeistern.
Nach seinem Abschluss im Jahr 1969 verlässt er die vorgezeichneten Familienpfade und tritt eine Glasbläserlehre bei der Kagami Crystal Company an. Über einen Zeitraum von rund vier Jahren erlernt Ohira bei der Arbeit für die Gestalter Kagamis und später für eine Manufaktur in der Präfektur Chiba die Techniken der Glasbläserei und der Gravur.

In dieser Zeit stößt Ohira in Büchern auf die Glastradition Muranos. Die Besonderheiten der venezianischen Glaskunst beeindrucken ihn nachhaltig. Murano konnte sich auf ein uraltes und gefestigtes, bis ins Mittelalter zurückreichendes Erbe berufen, als im Verlauf des 20. Jahrhunderts prestigeträchtige und innovative Manufakturen entstanden und gediehen; die begnadetsten Gestalter und begabtesten Bläser konnten sich hier frei entfalten. Die formale Schlichtheit und die einfachen, fließenden Entwürfe der seit den 1920er Jahren für die venezianischen Glasunternehmen tätigen Gestalter brachten das Talent der Bläser zur vollen Geltung. Ihre Werke haben eine künstlerische Dimension, die sie deutlich von den Erzeugnissen anderer globaler Produktionszentren abhebt.