BESCHLÄGE!
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Die Firma Otto Seyffart, Altenburg
Das Altenburger Unternehmen Otto Seyffart zählte zu den großen Akteuren in der mitteldeutschen Metallwarenindustrie. Der noch bei Gründung 1851/52 wenige Gesellen beschäftigende Handwerksbetrieb spezialisierte sich zunächst auf Scharniere, Blechdosen und Geldtaschenbügel. Mittlerweile als Metallwarenfabrik organisiert, erweitere die Firma Seyffart bis zur Jahrhundertwende die Produktpalette um Möbelbeschläge, Wohnaccessoires, Beleuchtungskörper und baugebundene Dekore. In Hochzeit mit bis zu 350 Mitarbeitenden expandierte die Produktion an mehreren Standorten in Altenburg und einem Exportgeschäft bis nach Nordamerika.
Das umfangreiche Angebot deckte ein breites Spektrum bürgerlicher Geschmackswelten und Einkommensklassen ab. Es umfasste industrielle Massenware und unikate Erzeugnisse und neben den immer gefragten historistischen Stilen auch die Moderne repräsentierende Formengestaltung. In den Jahren um 1900 profilierte sich die Firma Seyffart mit Leuchten und Türbeschlägen auf hohem künstlerischem Niveau, deren Entwürfe unter anderem Henry van de Velde, Ernst Ballach, Otto Pech und Karl Krebs lieferten. Zweifelsohne trug diese Zusammenarbeit zur Reputation des Unternehmens bei.
Inzwischen von Walter Seyffart unter dem Namen „Otto Seyffart. Werkstätten für kunsthandwerkliche Metallarbeiten“ in dritter Genration geführt, war die Firma Seyffart seit 1927 regelmäßig auf den Grassi-Messen vertreten. In der DDR-Zeit konnte das Unternehmen die Tätigkeit als Privatbetrieb zunächst fortsetzen, ging aber nach dem Tod des letzten Geschäftsführers 1975 an den Volkseigenen Handel Bildende Kunst und Antiquitäten über und wurde eine von zehn Werkstätten innerhalb des Staatlichen Kunsthandels.
Nach der Liquidierung 1991 ist die Firma Seyffart weitgehend in Vergessenheit geraten. Verdienstvoll sind die Forschungen von Harald Wetzel und die akribische Pflege der Familiengeschichte durch den Enkel Walter Seyffarts, Dirk Adena. Dank seiner umfangreichen Schenkungen verfügt das Museum über einen repräsentativen Bestand des Metallwarensortiments, darüber hinaus über aussagekräftige Objekte aus verschiedenen Schritten der Produktion wie Schablonen, Rohzeug, Gussformen und Zeichnungen. Es beherbergt zudem Teile des Firmenarchivs, Warenkataloge, Auftragsbücher, Fotografien und Korrespondenzen.
Eintritt ist frei